FBF 600 

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Feldbahn Freunde 600 mm

 

Die Römer übernahmen die Technik der Spurrillen. Unter Spurrillen verstehe man nicht die Rillen, die im Laufe der Jahrhunderte durch häufige Benutzung entstandenen Wagenspuren. Diese gab es schon in Babylon und Assyrien. Vielleicht hatten die Mesopotamier sogar das Gleis erfunden. Was sich dort heute findet lässt nur Vermutungen zu. Es ist hier also nur das bewusste herausmeißeln einer Spur aus dem Felsen oder wie beiden Römern das Anlegen einer Gleisspur im Pflaster gemeint. In den römischen Strassen übernahm die Gleisspur auch die Funktion einer Regenrinne.

Diese Spurwege hatten auch die erste bekannte größere Normung der Geschichte zur folge, den alle Wagen mussten  in die Spur passen, sonst ging es nicht. Die einheitliche Wagenspur ermöglichte es auch in Strassen, die eigentlich keine Spurrillen hatten, Trittsteine einzubauen die den Fußgängern das Überqueren der Strasse ermöglichten, ohne in den Strassendreck zu treten. Solche Trittsteine kann man in Pompeji aus der Zeit um 70 v. Chr. finden. Aber auch der erhöhte Gehweg mit seinen Bordsteinen schützte vor abirrenden Wagen und übernahm Führungsaufgaben. Es war also alles nicht ganz neu, wir kennen den Gedanken schon aus Syrakus. Die Spurweite der Griechen hatten die Römer übernommen und sie hatten für die Ausrüstung ihrer Legionen einheitliche Ausrüstungen eingeführt. Es war gleichgültig, wo man sich im Römischen Reich befand, überall wurde nach einheitlichen Vorgaben und Konstruktionen gefertigt und geliefert. Dennoch scheinen einige der Fahrzeugkonstruktionen im Gedächtnis der Menschheit nicht in guter Erinnerung zu sein. Denn die in die neueren Sprachen übernommenen Namen haben eine im Kontext mehr geringschätzige Bedeutung. Aber auch schon die Römer hatten die Bezeichnungen aus anderen Sprachen übernommen. 

Carrus (Karren) kam aus dem Keltischen und bezeichnete einen vierrädrigen Fuhrwagen. Man kann ihn sich gut vorstellen. Vehiculum war generell ein Fahrzeug, ein Wagen, sogar ein Schiff, aber was für eines. Nur Currus (der Wagen, auch Streitwagen, aber auch Bezeichnung für die Räder am Pflug) hat nicht in unsere Sprache gefunden. Noch Hunderte von Jahren später kannte jeder Wagenbauer in Europa diese Konstruktionen. Die römischen Kutschen besaßen schon eine Federung, die angeblich so gut war, dass man während der Fahrt sogar schreiben konnte. Die Lastkarren und -wagen waren jedoch weiterhin ungefedert. Die Postkutschen 200 bis 300 n.Chr. waren schon recht komfortabel und das Reisen auch. Es gab in regelmäßigen Abständen Poststationen und Herbergen. Die Fernstraßen waren in gutem Zustand. Ab 15 v. Chr. waren 9 Alpenpässe ausgebaut worden. Das Fernstraßennetz der Römer hatte am Ende eine Länge von 80000 km.

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