FBF 600 

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Feldbahn Freunde 600 mm

von Schlitten. In Griechenland wurden in Homerischer Zeit solche Wagenspuren vor allem an Pässen in den Felsen gemeißelt. Man musste nicht die ganze Straßenbreite sauber aus dem Stein hauen und sorgfältig bearbeiten, sondern nur die schmale Spurrille. Die schweren Wagen jener Zeit hatten keine Lenkung und es war deshalb sehr schwer die Richtung zu ändern. Sie liefen wie ein Kinderwagen und konnten keine engen Radien fahren. Eine Spurrille erleichterte dieses ein wenig. Ach bei einem Schlitten ist es nicht anders.

Es gibt die Aussage, in Syrakus seien die Spurrillen vor allem zum Schutze der Häuser gegen schlecht gelenkte und schleudernde Wagen angelegt worden. Hierzu muss man wissen, am Tage war in den griechischen und auch später in vielen römischen Städten das Fahren mit Fuhrwerken verboten. Die Strasse gehörte in dieser Zeit ausschließlich den Fußgängern. Bei dem damaligen Stand der Beleuchtungstechnik wird verständlich, das die Spurrillen einen Beitrag zur Sicherheit leisten konnten. Es lässt sich also durchaus verstehen, dass eine Spurrille die Häuser vor solchen Fahrzeugen schützt. Aber dieses wird nicht der ganze Grund für die Rillen gewesen sein. In den antiken Steinbrüchen um Syrakus kann man sogar noch heute solch Spurrillen bewundern. Es gibt Ausweichen und Überholgleise und sogar so etwas wie Weichen und Kreuzungen. Diese Spurrinnen hatten eine Breite von 1,35 –1,45 m.

Die meisten 4-rädrigen Wagen besaßen keine lenkbare Deichsel. Wagen mit einem lenkenden Drehschemel an der Vorderachse wurden mehr in den griechischen Kolonien wie in Griechenland selbst verwendet, die leichten, schnelleren, wendigeren Fahrzeuge hatten dagegen nur eine Achse. Sie konnten zwar leicht ausweichen und überholen und waren deshalb nicht an diese Spurwege gebunden, aber sie konnten nicht soviel tragen wie die schweren Zweiachser. 

In der Griechischen Sage erschlägt Ödipus seinen Vater, der ihm unerkannt auf einem Pass in der Spur im Wege stand und diese nicht freimachen wollte. Es ist sicher gut verständlich, was es bedeutet, ein nicht lenkbaren schweren Wagen aus einem Gleis zu heben und neben dieses zu stellen. 

Auch mit den Bremsen schaute es nicht allzu gut aus, den es gab erst gar keine. Die Wagen hatten anfangs Vollscheibenräder, so das ein Blockieren der Räder durch einen zwischen die Speichen gesteckten Knüppel nicht möglich war. Man musste sich mit langen Bremsknüppel behelfen. Diese Hebebäume wurden auch benötigt um die Wagen aus oder in die Spur zu heben. Die Vollscheiben hatten auch keinen Laufring, der sie zusammenhielt. Später, nach dem Eisen verfügbar war. verdrängten dann die Speichenräder sehr schnell die Vollscheibenräder. Man verwendete die Vollscheibenräder nur noch bei sehr großen Lasten oder sehr einfachen Wagen. Die Speichen wurden zwar auf Druck beansprucht, aber die Räder waren schmaler, leichter und hatten auf festen Strassen einen geringeren Rollwiederstand. Das römische Reich war von solchen Strassen durchzogen.

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