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FBF 600 |
Bezeichnungen von Eisenbahnen zurück Seite 3 |
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Feldbahn Freunde 600 mm |
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Militärbahn
Pionierbahn
Pionierpark |
mit einer zu groß geratenen Modeleisenbahn. Anders ist es im zweiten Weltkrieg. Der Wunsch nach größeren Transportleistungen und auch der Zwang größere Entfernungen zu überbrücken zu müssen, führte zu Fahrzeugen die keine echten Feldbahnfahrzeuge mehr sind. Diese Fahrzeuge, wie eine 1'E1' 400PS Dampflok mit 1000 t Zuglast und 38 t Dienstgewicht, sind keine Feldbahnfahrzeuge sondern sind den Kleinbahnfahrzeugen zu zuordnen. Das gleiche gilt auch für die 3.Kl Personenwagen mit el. Beleuchtung, Dampfheizung und Abort der Firma Linke - Hofmann - Busch aus Breslau Die Planungen sahen den bevorzugten Einsatz von Feldbahnen mit 750 mm Spurweite vor, da man beabsichtigte auch Panzerfahrzeuge mit der Feldbahn zu transportieren. Es wurden dann jedoch mehr 600 mm Feldbahnen eingesetzt. Und nur diese Fahrzeuge lassen sich auch als Feldbahnfahrzeuge bezeichnen. Die Militärbahn darf nicht mit der Heeresfeldbahn verwechselt werden. Militärbahnen gab und gibt es auf der Welt nur sehr wenige. In Deutschland gab es nur eine in Preußen. Die Militärbahn von Berlin-Schöneberg über Zossen zum Kummersdorfer Schießplatz. Die Bahn war normalspurig, anfangs rund 45 km lang und wurde 1875 eröffnet. Sie wurde 1897 bis Jüterburg Schießplatz verlängert und betrug nun 70,6 Km. Die Bahn diente der Ausbildung von Soldaten im Eisenbahnbetriebsdienst. 1888 wurde der zivile Vorortverkehr mit übernommen. 1904 wurden Schnellfahrversuche mit Drehstrom-Elektrolokomotiven unternommen und ein Weltrekord durch einem Triebwagen der AEG mit 210,2. km/h aufgestellt. Die Bahn diente des öfteren als Teststrecke für Bahnmaterial. 1919 wurde die Bahn der Preußischen Eisenbahn übereignet. Pionierbahnen sind keine Militärbahnen sondern eine Spezialität des ehemaligen Ostblocks. Die Pioniereisenbahnen gehen auf russische Vorbilder vor dem zweiten Weltkrieg zurück. Nach dem Weltkrieg fanden sie im gesamten Ostblock ihre Nachahmer. Betrieben wurden sie in der DDR von den Jungen Pionieren, der Jugendorganisation der SED. Die Bahnen waren der Reichsbahn zugeordnet und sollten Kinder und Jugendliche dem Bahndienst zuführen. Es sollte noch vor der Ausbildung das Interesse für die Eisenbahn geweckt werden und vorbereitend ausgebildet werden. Zu den Bahnen gehörte ein komplettes Kinderbetreuungsprogramm mit Kindertagesstätten, Hobbystätten und weiteren Jugendvergnügungsstätten. Die Bahnen in Berlin, Cottbus, Chemnitz, Plauen, Görlitz, Jena und Gera hatten eine Spurweite von 600 mm und basierten auf Feldbahnmaterial. Die Bahnen in Dresden und Leipzig waren echte Parkeisenbahnen mit einer Spurweite von 381 mm = 15'. Nach der Wiedervereinigung wurden die Verbindung zu den Jungen Pionieren und zur Reichsbahn gelöst und auch die anderen Nebentätigkeiten beendet. Geblieben ist der reine Fahrbetrieb nun meist unter musealen Gesichtspunkten. Der Name Pioniereisenbahn ist verschwunden, die meisten nennen sich nun Parkeisenbahnen. Pionierpark das ist nun doch was militärisches. Korrekt lautet die Bezeichnung Eisenbahnpionier-Park. Hierbei handelt es sich um ein Übungs- und Lehrgelände der Eisenbahnpioniere und um das Depot von Feldbahnmaterial im Frieden. |